Quo vadis Gewerkschaften

Wir Gewerkschafter haben ein schweres Leben in Deutschland, aber auch in der EU und in Europa. Mitbestimmung wird umgangen durch auslagern, um firmieren, Tarifpartner gibt es immer weniger, der Flächentarif ist tot und die Mitglieder sind oftmals Rentner.

Es gibt aber entscheidende eigene Fehler!

Der Klassenkampf

Der Klassenkampf wurde 1998 in Deutschland beendet. 2006 erklärte ganz unbefangen Warren E. Buffett:

„Reich gegen Arm“. Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“

Die Gewerkschaften in Deutschland haben dies nicht vernommen oder weg gehört. Oder noch schlimmer, wir haben keine Mittel dagegen zu halten. Die Tarifverhandlungen sind in ihren ‚Forderungen schon defensiv ausgerichtet. Arbeitsplatzerhalt um jeden Preis.

Was bei uns keiner verstehen will: Löhne entscheiden über Preise nicht über Arbeitslosigkeit. Die Arbeitnehmer haben durch die Tarifverhandlungen seit 2000 entweder ihren Lohn gehalten oder aber Lohneinbußen gehabt. Lohnsteigerungen Fehlanzeige!

Die Lohnstückkosten, die entscheidende Größe für internationale Vergleiche zeigt uns in Teilen der Wirtschaft in Nachbarschaft von Bangladesch. Der Mindestlohn gilt noch lange nicht in allen Branchen.

Europäische Länder müssen ihre Löhne senken um eine Chance zu haben mit den deutschen Lohnstückkosten mitzuhalten.

Den Euro retten

Gesamtwirtschaftliches Denken fehlt bei unseren Gewerkschaftsführern komplett. Das  gefährdet unsere Währung.

Dabei wären entscheidend höhere Löhne (6% netto) in keinem anderen Land so wichtig wie  in Deutschland. Der Euro leidet schwerwiegend an der Ungleichheit in Europa. Und dies sind die zu niedrigen Löhne in Deutschland.  Unsere Dumpinglöhne führen zur Arbeitslosigkeit bei den europäischen Nachbarn. Wir exportieren nicht nur unsere Produkte sondern auch Arbeitslosigkeit.

Unsere Wettbewerbsfähigkeit darf nicht gefährdet werden, eine Position von den Gewerkschaftseliten! Die Arbeitgeber sind stolz auf sie.

Die Spanier, Italiener u.a.m. haben folgende Probleme: ihre Volkswirtschaften sind nicht konkurrenzfähig weil ihre Währung, der Euro, für sie überbewertet ist. (Für Deutschland ist er unterbewertet.) Dies bedeutet für sie, sie können Produkte nicht veräußern, was dazu führt das sie die Produkte erst gar nicht herstellen. Man hält diese Länder dauerhaft in einer Situation der Massenarbeitslosigkeit wenn man sie zwingt im Euro zu bleiben.

Würden in Deutschland die geleisteten unbezahlte Überstunden (947 Mio. in 2016) sämtlich bezahlt, veranschlagen wir sie mit 10 € netto, würde dies die Kaufkraft der Arbeitnehmer um 9,4 Mrd € netto steigern. Den deutschen Binnenmarkt stärken heißt mehr importieren, also weniger Arbeitslose bei den europäischen Nachbarn. Der Euro würde gestärkt.

Ein jede Bilanz, Haushalt muss ausgeglichen sein. Durch unseren Exportüberschuss ziehen wir Kapital und Arbeitsplätze aus den anderen Ländern ab, was bei ihnen Import“überschuss“ bedeutet und damit verbundene Haushaltsdefizite.

Der Euro ist gefährdet ab dem Moment, wenn z.B. Italien (40% Jugendarbeitslosigkeit) monetär überfordert wird, die Volkswirtschaft (Überschuldung) zusammenbricht. Der Euro würde implodieren und der Wert des Euros enorm verlieren, die Kaufkraft entscheidend schwinden, oder er würde gar ganz verschwinden. Alle DM – Schreier, ihr werdet diese Armut und Arbeitslosigkeit bedeutende Entwicklung am gleichen Tag erkennen dürfen!

Ursächlich für die Drahgi Politik*  (Null Zinspolitik) sind also wir, die Gewerkschaften in Deutschland. Wie oben angeführt müssten alle anderen europäischen Nationen Deflation anstreben, um ja jetzt richtig, wettbewerbsfähig zu bleiben.

*Anm. : Der Aufkauf „fauler Papiere“  europäischer Banken ist natürlich nicht gemeint.

Neuanfang notwendig!

Nicht desto Trotz :Die Ohnmacht der v.erdi Gewerkschaft offenbarte sich mit dem TVöD. Dieser Abschluss ist wohl mit falsch verstandener Freundschaft zu Kanzler Schröder zu Stande gekommen. Viele öffentliche (soziale) Einrichtungen sind 2005 aus diesem Tarif zudem auch noch ausgestiegen weil Clement ihnen einen Preiskampf  (mehr Wettbewerb Slogan) verordnete.

Die IG Metall hat mit dem Abschluss 2018 die Deformation der Machtverhältnisse der Tarifpartner erkennen müssen. (Diesen Abschluss als Erfolg für Arbeitnehmer zu verkaufen, können wahrlich nur Marketing – Profis)*

*Anm.: Das der Lohnabstand zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern am größten in dem Konzern (VW) ist, wo die IG Metall den größten Einfluss hat, ist mehr als fatal zu nennen.

Wir müssen uns neu aufstellen, uns dem Klassenkampf von oben stellen, aggressiver werden. Aber auch inhaltlich müssen wir uns neu aufstellen. Unsere Betriebsbrille müssen wir manchmal absetzen und uns eine markroökonomische zulegen.

Wir brauchen aber auch eine SPD wieder als Partner, die die Freiwilligkeit der Tarifpartnerschaft ablöst, hin zu einer verpflichtenden Tariffähigkeit beider Seiten. Wer einen Arbeitsvertrag unterschreibt, unterschreibt einhergehend die Mitgliedschaft in der zuständigen Gewerkschaft. Das Häkchen ob Tarif ja oder nein muss bei IHK wegfallen. Wer eine Firma gründet gehört immer zu einer Tarifeinheit!

Die Tariffreiheit wird sonst obsolet, wir auch!

 

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